Theaterlandschaft Mittelmeer 16/17

Einmal mehr versucht die aktuelle Ausgabe der „Theaterlandschaft Mittelmeer“ sich mit den Mitteln des Theaters den politischen Realitäten zu stellen: Das tunesische Nationaltheater eröffnet das Festival mit der Europapremiere der neuen Produktion von Fadhel Jaibi, die er kurz „Peur(s)“ genannt hat – am besten übersetzt mit „Angst – Ängste“, die auch in dem einzigen Land herrschen, dass den „arabischen Frühling“ in eine Demokratie verwandeln konnte. Das Thema Angst beherrscht auch die spanische Videoperformance „Tres dias sin Charlie“, welche die sich bis in Panik, Rassismus und Islamhass steigernden Reaktionen in den sozialen Netzwerken nach dem Pariser „Charlie Hebdo“-Attentat zum Gegenstand hat. Das Zerstörungspotential, das schon der einzelne Mensch mit sich bringt, thematisiert die italienische Gruppe Anagoor, die für „Socrate Il Sopravissuto“ eine Auszeichnung als beste italienische Produktion des Jahres 2016 erhielt. Am 26.04. stellen wir Ihnen mit zwei kleinen Arbeiten den Regisseur und Autor Mokhallad Rasem vor, der zu den wichtigsten irakischen Theatermachern gehört, aber schon seit einigen Jahren in Belgien arbeitet. Einen Tag später steht die szenische Lesung von „Your Love Is fire“ von Mudar Al Haggi auf dem Programm – eingerichtet von Rafat Al Zakout. Die beiden Künstler sind Kernmitglieder des Kollektivs exilsyrischer Künstler, das seit Anfang des Jahres am Theater an der Ruhr in Residenz arbeitet. Das Festival endet klassisch: Mit der modernen Fassung des Medea-Stoffes durch die große italienische Regisseurin Emma Dante.

Eine Kritik zur Theaterlandschaft finden Sie hier: Deutschlandfunk

April 2017