ALS GESTERN JEDES HEUTE NOCH DAS MORGEN WAR UND JEDES HEUTE MORGEN SCHON ZUM GESTERN WIRD
Inszenierung: Dijana Brnič & Adem Köstereli
Ausstattung: Julia Rautenhaus
Texte: Alexander Weinstock
Fotografie: Franziska Götzen
Dokumentation: Dr. Jonas Tinius
Lichtgestaltung: Ruždi & Bekim Aliji:

Elf Figuren treffen aufeinander, die bei all ihren unterschiedlichen Geschichten, ihren je eigenen Wünschen und Träumen eine Erfahrung des Wartens miteinander teilen. Sie verharren, abgetrennt von Vergangenheit und Zukunft, in einem Hier und Jetzt ohne Ort und Zeit. Die vierte Theaterarbeit von Ruhrorter erzählt von dieser leeren Gegenwart, aber auch von ihrer Gestaltung und Verwandlung, davon, wie die Figuren sich und einander immer wieder neu begegnen, auf einer gemeinsamen Suche nach der Möglichkeit einer Zeit, als gestern jedes Heute noch das Morgen war und jedes Heute morgen schon zum Gestern wird.

Die Theaterarbeit mit dem Titel „ALS GESTERN JEDES HEUTE NOCH DAS MORGEN WAR UND JEDES HEUTE MORGEN SCHON ZUM GESTERN WIRD“ führt die Spielenden direkt in die Welt des Theater, zum Theater als geographischen Ort, der ermöglicht, im Anderen sich selbst zu sehen. In der Arbeit auf der Probebühne des Theaters an der Ruhr, umgeben von den alltäglichen Abläufen professioneller Theaterarbeit, dringen die Spielerinnen direkt in die künstlerische Arbeit. Die Premiere wird im Juni 2016 stattfinden. Dem geht eine lange Probendauer voraus, in der die Teilnehmerinnen zuerst mit theaterrelevanten Grundlagen der Improvisation bekannt gemacht werden, was ab April in eine gemeinsame intensive Stückentwicklungsphase weiterführen wird. Damit soll eine gründliche Vorbereitung der Spielenden gewährleistet werden, die sie befähigt, selbstbestimmt und ausdifferenziert vor ein diverses Publikum zu treten..

INSTALLATION | OKTOBER 2016 Wir planen eine Installation mit dem Titel “Wie wir uns morgen an gestern und heute erinnern werden”. Untersuchungsgegenstand sind die bürokratischen Abläufe in der Verwaltung, die über einen Asylantrag entscheiden. Wie läuft dieser genau ab? Welchen Einfluss haben die Flüchtlinge selber? Welche Alternativmodelle sind denkbar? Zentral für diese Arbeit wird es sein, die bestehenden Strukturen zu studieren und parallel das Sprechen mit den Betroffenen fortzusetzen und mit ihnen zu untersuchen, welche Kategorien zu erdenken sind, um eine autobiographische Erzählung zu finden, die den jeweiligen Menschen angemessen ist. Im Anschluss an den Parcours alternativer Erzählmodelle laden wir das Publikum zu offener Debatte über die Verstrickung von (Zwangs-)Narration, Rechtssprechung und Asyl ein.

FORSCHUNG | laufend Daneben soll die wissenschaftliche Begleitung und anthropologische Dokumentation, die seit Anbeginn mit der Arbeit von RUHRORTER verbunden war, weitergeführt werden. Die vielzähligen internationalen Veröffentlichungen und Vorträge, die im Rahmen dieser innovativen Zusammenarbeit zwischen Kunst und Anthropologie bereits entstanden sind und noch entstehen werden, sollen nicht nur einem wissenschaftlichen Publikum vermittelt werden, sondern in einem digitalen Archiv der Beobachtung zusammengeführt werden. Da sich in Deutschland und Europa vermehrt auch Theater- und Sozialwissenschaft sowie die Kulturpolitik dem Thema Migration und Flucht widmen, ist diese deutschlandweite und internationale Kommunikation und Vernetzung von großer Bedeutung.

Weitere Informationen unter: www.ruhrorter.com

Förderer: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Fonds Soziokultur, Förderfonds Interkultur Ruhr