Georg Büchner
DANTONS TOD
Inszenierung: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Leo Kulas
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Regiemitarbeit: Thomaspeter Goergen

In der Hochzeit der Schreckensherrschaft verkam die französische Revolution mehr und mehr zu einem Massenspektakel. Die Hinrichtungen waren Anlaß, Fensterplätze zu vermieten, Gebäck und Alkohol fanden bei den Zuschauern reißenden Absatz. Die Idee der Freiheit mündete in einen brachialen Machtkampf, dessen Protagonisten Danton und Robespierre waren. Georg Büchner beschreibt beide schon im Zustand der Erschöpfung, Akteure eines gewaltigen Festes, dessen Hauptattraktion die Guillotine war. Der Schrecken war für diese erste Massengesellschaft der unbekannte Reiz, das öffentliche Sterben wurde zum Jahrmarktereignis. Der Traum von einer gerechteren Welt war ausgeträumt, Danton und Robespierre sind selber schon Ohnmächtige, die den Strom der Zerstörung nicht mehr aufhalten können. Nachdem sich die Massen sattgesehen haben am Tod, bricht eine neue Zeit der ökonomisierten Lebenswelten an.