Jakob Michael Reinhold Lenz
Der Hofmeister
Inszenierung: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Heinke Stork
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Regiemitarbeit: Thomaspeter Goergen

Roberto Ciulli inszeniert „Der Hofmeister“, eine Tragikomödie, die im Zeitalter der Aufklärung sarkastisch Bildung und Erziehung ins Visier nimmt.

Äußerst widerstrebend und nur auf Wunsch seines Vaters hat der junge, bürgerliche Akademiker Läuffer eine Stellung als Hauslehrer, angenommen. Den Kindern des adligen Major von Berg soll er „Wissenschaft und Weltmanieren“ beibringen. Dafür erhält er wenig Lohn und wird zudem von Frau Major zum Dienstboten degradiert. Mit Gustchen, der Tochter des Hauses, geht der Gedemütigte eine Liaison ein. Als seine Schülerin von ihm schwanger wird, flüchtet er sich in das Haus des Dorfschullehrers Wenzeslaus. Es ist ein Wechsel von Regen in die Traufe. Wenzeslaus predigt ihm Selbstdisziplin und Enthaltsamkeit. Von Läuffer fordert er bedingungslose Anpassung an seinen sinnesfeindlichen Lebensstil. Um seine sexuellen Gelüste abzutöten, kastriert sich Läuffer schließlich selbst und wird für diese radikalste Form der Triebunterdrückung von seinem neuen Mentor als Vorbild für die Jugend gefeiert. Auch Gustchen ist geflohen. Im Wald, bei der alten, blinden Marthe, bekommt sie ihr Kind. Von Schuldgefühlen geplagt, entschließt sie sich zum Selbstmord, doch, oh Wunder, es kommt alles zu einem guten Ende.