Repertoire

Die Glasmenagerie

Tennessee Williams
Dauer: ca. 100 Min.

Wir freuen uns sehr über die Einladung zum: NRW-Theatertreffen 2017

"Ein Spiel der Erinnerungen" nennt Tennessee Williams sein 1944 uraufgeführtes Stück "Die Glasmenagerie". Mit den Erinnerungen verbindet sich das Vergessen, das, was wir erinnern, ist auch immer Vergessenes, unsicher. Tom, der Sohn, erinnert sich. Er verließ seine Mutter Amanda und seine leicht verkrüppelte Schwester Laura nach Jahren, in denen er durch seine Arbeit in einer Schuhfabrik die Familie versorgt hatte. Der Vater war schon vor sechzehn Jahren gegangen. Williams beschreibt das Amerika der frühen vierziger Jahre, das Amerika eines gewaltigen Umbruchs, nicht unähnlich dem, den wir heute durch die digitale Revolution, die - wie damals - eine ökonomische ist, erleben. Erinnerungen sind Konstruktionen. Biografien, Geschichten werden im Nachhinein neu gelesen und plausibel gemacht, ob es so oder anders war, lässt sich nicht entscheiden. Entschieden aber ist, dass sie den, der sie erlebte, verfolgen. Der Schrecken des Erinnerns ist dieses Vergessen, das gegenwärtig zur Normalität wird.

Stimmen

Achim Lettmann, Westfälischer Anzeiger, 21. März 2016

Gabriella Weber zeigt Laura voller Angst und Träume. Die Glasfiguren mit dem Einhorn stellt sie selbstversonnen auf. Ihr gelingen poetische Momente, wenn sie zur Moritatenmelodie aus der Spieluhr auf Krücken läuft und zu schweben scheint. Das ist berührend und atmosphärisch so dicht gespielt, dass es den Zauber von Tennessee Williams Erinnerungsarbeit freisetzt.

Britta Helmbold, RuhrNachrichten, 21. März 2016

Der überzeugende Albrecht Hirche als Sohn Tom ist der kommentierende Erinnerer, der Mosaiksteinchen von Krieg und Weltpolitik in den Bericht über das Familiengeschehen einbettet. Wie sein Vater floh er vor Schwester und Mutter aus der tristen Wirklichkeit - zunächst in die Traumwelt Kino, dann in die reale Welt. Viel Applaus für die witzig-pointiert ausgespielten Dialoge erntete das Mimen-Quartett bei der Premiere am Freitag.

Sven Westernstöer, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 21. März 2016

Im Wartesaal des Lebens hofft jeder auf ein Stück vom Glück: Regisseurin Simone Thoma zeigt Tennessee Williams Tragikomödie „Die Glasmenagerie“ am Mülheimer Theater an der Ruhr als nachdenkliches Kammerspiel mit bittersüßer Note – unaufgeregt und mit mildem Blick auf die Unausweichlichkeit des Vergänglichen. Regisseurin Thoma, die selber als Amanda zu sehen ist, geht mutig zu Werke: Statt in einem abgehalfterten Landhaus lässt sie das Stück in einer gottverlassenen Bahnhofshalle spielen. Der Schauplatzwechsel (Bühne: Adriana Kocijan) erweist sich als kluge Idee. Berührende Momente gelingen Gabriella Weber: Ihre Laura verbringt die Tage mit der Pflege ihrer Glastiere, der „Glasmenagerie“. Weber spielt die unterdrückte Verzweiflung ihrer Figur anrührend.

Thomas Emons, Neue Ruhr Zeitung, 21. März 2016

Kleines Bühnenbild. Große Bühnenpräsenz. Damit zogen Simone Thoma, Gabriella Weber, Albrecht Hirche und Klaus Herzog ihre Premierenzuschauer im Theater an der Ruhr in die Handlung von Tennessee Williams Sozialdrama „Die Glasmenagerie“ hinein und ließen sie bis zur letzten Sekunde des von Schauspielerin Simone Thoma inszenierten „Spiels der Erinnerung“ nicht mehr los. Nach zwei spannungsreichen Theaterstunden verlässt der Zuschauer das Bühnenhaus am Raffelberg mit der Erkenntnis, dass auch er, wie die 1944 von Tennessee Williams geschaffenen Charaktere, ein Teil des Spiels ist, in dem sich täglich Wunsch und Wirklichkeit begegnen und sein Leben prägen.

Besetzung

Klaus Herzog
Jim O´Connor, Ein Arbeitskollege von Tom
Albrecht Hirche
Tom Wingfield, Ihr Sohn
Simone Thoma
Amanda Wingfield, Die Mutter
Gabriella Weber
Laura Wingfield, Ihre Tochter

Team

Dijana Brnic
Regiemitarbeit
Jochen Jahncke
Licht
Adriana Kocijan
Bühnenbild
Heinke Stork
Kostümenbild