Tennessee Williams
Die Glasmenagerie
Regie: Simone Thoma
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Kostümbild: Heinke Stork
Bühnenbild: Adriana Kocijan
Licht: Jochen Jahncke
Musik: Klaus Herzog
Regiemitarbeit: Dijana Brnic

"Ein Spiel der Erinnerungen" nennt Tennessee Williams sein 1944 uraufgeführtes Stück "Die Glasmenagerie". Mit den Erinnerungen verbindet sich das Vergessen, das, was wir erinnern, ist auch immer Vergessenes, unsicher. Tom, der Sohn, erinnert sich. Er verließ seine Mutter Amanda und seine leicht verkrüppelte Schwester Laura nach Jahren, in denen er durch seine Arbeit in einer Schuhfabrik die Familie versorgt hatte. Der Vater war schon vor sechzehn Jahren gegangen. Williams beschreibt das Amerika der frühen vierziger Jahre, das Amerika eines gewaltigen Umbruchs, nicht unähnlich dem, den wir heute durch die digitale Revolution, die - wie damals - eine ökonomische ist, erleben. Erinnerungen sind Konstruktionen. Biografien, Geschichten werden im Nachhinein neu gelesen und plausibel gemacht, ob es so oder anders war, lässt sich nicht entscheiden. Entschieden aber ist, dass sie den, der sie erlebte, verfolgen. Der Schrecken des Erinnerns ist dieses Vergessen, das gegenwärtig zur Normalität wird.