FEDERICO GARCIA LORCA
DOÑA ROSITA ODER DIE SPRACHE DER BLUMEN
Inszenierung: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Leo Kulas
Musikalische Leitung: Matthias Flake
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Regiemitarbeit: Thomaspeter Goergen

Ciullis nachdrückliches Interesse an Lorca richtete sich früh auf die frappierende Einheit von Biographie und Werk des Dichters.

Als zentrales Motiv zieht sich durch Lorcas Leben und Literatur das Aufbäumen gegen gesellschaftlich zementierte Regularien, die auf inhumane Weise mit den Bedürfnissen des Einzelnen kollidieren. Traum und Wirklichkeit sind die sich durchdringenden Gegensätze in Lorcas Werk. An diesen Widersprüchen hat sich Lorca zeitlebens persönlich und künstlerisch gerieben.

Geboren als Sohn eines wohlhabenden Gutsherrn stieß er sehr früh in die Kreise aufbruchwilliger und neugieriger junger Künstler wie Salvador Dalí, Luis Buñuel und Rafael Alberti vor. Politisch wandte er sich von seinem großbürgerlichen Elternhaus ab und interessierte sich verstärkt für die Lebenswelt der Zigeuner, die maurische Kultur und die Tradition spanischer Volksmusik. Seine Dramen wurden zunehmend von diesen Elementen und den Einflüssen des Surrealismus bestimmt.

„Ein Theaterpraktiker“, so Roberto Ciulli, „der mit großem politischem Engagement für das Volk kein intellektuell hermetisches, sondern ein neues, im Wortsinn, Volkstheater realisieren wollte!

Im Jahre 1922 gründete er mit Manuel de Falla ein Festival des „canto jondo“, einer schwermütigen Form der Zigeunermusik, deren Lieder er sammelte und gelegentlich als Klavierbegleiter auch aufführte.

Für das faschistische Spanien wurde Federico García Lorca als Künstler, Homosexueller und politischer Aktivist zur Zumutung. Zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs wurde er 1936 von einem Falangistenkommando festgenommen und ohne Urteil erschossen.