Repertoire

Kharif - Herbst

Sameem Hasaballah Yahya

Der Herbst ist nach populärer irakischer Anschauung die Jahreszeit des Vergehens, des Todes. Der irakische Autor und Regisseur Sameem Hasaballah Yahya sieht in seinem Stück „Kharif“ das Leben im Irak als einen andauernden, einen unnatürlichen Herbst an – voll von Gewalt: Folter, Vergewaltigung, Tod. Doch die Menschen, die damit täglich konfrontiert sind, reagieren mit Gewöhnung und Verdrängung. „Sameem reinigt das Publikum durch das Feuer seiner Aufführung von ihrer Selbstbezogenheit“ stellte der Kritiker einer großen Bagdader Zeitung fest. In freier Anlehnung an Jean Genets Gefängnisdrama „Unter Aufsicht“ geht Sameem Hasaballah Yahya der Frage nach wie die Täter von Massakern 50 Jahre danach über ihre Opfer denken. Bedauern sie ihre Taten? Hat sich ihr Bild von den Opfern seit der Tat verändert? Erinnern sie sich an die Schreie? Ihr Flehen? Erkennen sie mittlerweile das Ausmaß ihrer Verbrechen? Oder stehen sie immer noch zu dem, was sie einst taten? Die bildkräftige Inszenierung und die physisch ungemein präsenten Schauspieler machen für die Zuschauer die existenzielle Not spürbar, die hinter Bildern von Gewalt und Schrecken stecken, die wir aus den Nachrichten gewohnt sind.

In arabischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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