WILLIAM SHAKESPEARE
KÖNIG LEAR
Inszenierung: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Heinke Stork
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Regiemitarbeit: Thomaspeter Goergen

Lear, der das Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen will, verlangt von ihnen in einem Wettstreit den Beweis absoluter und ergebener Liebe. Als die jüngste Tochter Cordelia nur bekennt, was der Fall ist, nämlich die Realität der Liebe einer Tochter zu ihrem Vater, wird sie verbannt und nimmt die Werbung des Königs von Frankreich, seine Frau zu werden, an. Von den ältesten Töchtern wird Lear nun auch um seine symbolisch erhaltene Königsmacht gebracht, und er begibt sich in die Einsamkeit der Heidelandschaft.

Doch alle, die er in seiner Verblendung anruft, schweigen. Keine Götter, nicht die Natur oder das Schicksal leiten ihn, kein Absolutes weist die Richtung. Übriggeblieben ist die ungeschützte Existenz und die innere Triebnatur, die die Gesellschaft hinter den Stand der Zivilisation zurückfallen lässt, als befänden sich die Akteure in einem der Beckettschen Treibhäuser, aus denen kein Blick, kein Weg herausführt.