Alfred Jarry, Elfriede Jelinek
König Ubu # Am Königsweg
Regie: Philipp Preuss
Bühne: Ramallah Aubrecht
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Kostüme: Ramalla Aubrecht
Licht: Jochen Jahncke
Ton: Franz-Josef Dumcius
Regieassistenz: Katharina Flick

Ein verhasster König, ... ein twitternder Blinder, der alles zu wissen glaubt und die Stimmen der Massen stiehlt, weil er keine eigene hat. Eine Showfigur, die ihr wahres Gesicht nie zeigt. Ein nach Geld gierender Herrscher, der sich im vergoldeten Aufzug direkt in den Himmel katapultiert hat. Schnell wird klar, wen Elfriede Jelinek in ihrem neuen Text aufs Korn nimmt: Donald Trump.

Die Inszenierung von Philipp Preuss bezieht Jelineks Text auf Alfred Jarrys legendären „Anschlag auf das klassische Theater“: König Ubu. Jarry, Wegbereiter der Moderne, zeigt seinen König als groteskes, gefräßiges Monster. Das erste Wort, wenn er die Bühne betritt, lautet: »Merdre!«, also: »Schoiße!«. Ein Anarch auf dem Thron: zum Totlachen!? Parodie, Skandal, Befreiungsschlag, Untergang?

„ ...jeder Twittertweet ein Psalm, gezwitscherter Chor, der die Religion der Aufmerksamkeit nachbetet, des Königs Burger King Gesicht in Projektionen vergrößert … Kapitalismus als Religion... Hier wird das Mehr geteilt. Es werden auratische Sprechblasen gefurzt, Erdöl geschissen, nach Cola gebohrt und nachgefrackt, Gelächter aus Dosen gelöffelt, eine neue Religion feiert seinen Upload: Champagner für die Sekte! Der König auf seinem Königsweg singt „My Way, mein Weh... “ aus einem Schreiben von Philipp Preuss an Elfriede Jelinek