nach Oskar Panizza und Heinrich Lautensack
LIEBESKONZIL
Inszenierung: Thomaspeter Goergen
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Heinke Stork
Regieassistenz: Khosrou Mahmoudi
Lichtgestaltung: Thorsten Scholz

Zwei Texte, geschrieben zwischen 1893 und 1911, ihr Thema: die Schönheit und das Grauen der institutionalisierten Religion. Autoren, die zu ihrer Zeit erhebliche Probleme mit der sie umgebenden Gesellschaft hatten und die die Gesellschaft dafür bestrafte; durch Gefängnis, Psychiatrie und Zensur.

"Das Liebeskonzil" von Oskar Panizza und "Pfarrhauskomödie" von Heinrich Lautensack thematisieren den Konflikt zwischen Triebbedürfnissen, die zur conditio humana gehören und einer Gesellschaft, die deren Unterdrückung zum Ordnungsprinzip des sozialen Lebens überhaupt machen. Wenn nicht etwas geschieht, geht die Kontrolle über die Menschheit verloren. Der Zustand der Welt ist immer gottloser geworden. Geistliche zeugen mit dem Dienstpersonal Kinder, ohne das Empfinden, sich versündigt zu haben. Reue oder auch Buße sind aus dem Repertoire des Verhaltens getilgt. Um herauszufinden was getan werden muss, berät sich die Heilige Familie mit dem Teufel. Dieser bringt Salome ins Spiel, die in seinem Reich weilt, da sie Jochanaans Kopf forderte: Nun zeugt er mit ihr die Syphilis und schickt die Seuche auf die Erde.

So verschieden die Autoren sind, es vereint sie das Thema, das seit dem späten 19. Jahrhundert präsent ist: der Zustand einer Welt, die den Himmel entgöttert hat und daraufhin eine autoritäre Gesellschaft entwickelte, der alle Vitalität zum Opfer fiel.