May he rise and smell the fragrance

Bereits im April 2016 gastierte Ali Chahrour erfolgreich mit seinem Musiktheater „Leilas Tod“ in Mülheim und wurde im folgenden Sommer auf dem Festival d’Avignon gefeiert. Mit „May He Rise...” beschließt er nun einen insgesamt dreiteiligen Zyklus und rückt dabei scheinbar unvereinbare Themen in den Fokus: Männlichkeit und Trauer. „Ein Junge beißt sich auf die Zunge, auch wenn das Herz zerreißt“. Das verinnerlichte Chahrour in der Kindheit, als sein Vater verstarb, denn Männer weinen nicht. Männer in Tränen sind im Orient ein Tabu, das am Wesenskern der Männlichkeit kratzt. Chahrour macht aus Trauer eine Männersache und hinterfragt dabei die eigene Identität, aber auch die überlieferten Vermächtnisse und Sitten, sowie die Beziehung des Körpers zu Heiligkeit, Religion und Macht. Die wunderbare Schauspielerin Hala Omran singt – zunächst scheinbar leise fragend – und steigert sich langsam in die Ekstase des Schmerzes. Begleitet wird sie von dem Duo „Two or The Dragon“ Ali Hout und Abed Kobeissy, die schon zu „Leila“ die schmerzvolle Trauermusik intonierten.