GEORGES FEYDEAU
MONSIEUR CHASSE ODER WIE MAN HASEN JAGT
Inszenierung: Roberto Ciulli
Regiemitarbeit: Simone Thoma
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühne: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Heinke Stork
Musik: Matthias Flake
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Regieassistenz: Dijana Brnic

Monsieur Duchotel besucht regelmäßig seinen Freund Cassagne auf dem Land, um zur Jagd zu gehen. Der lebt von seiner Frau getrennt und verfolgt nur ein Ziel: seine Frau des Ehebruchs zu überführen, um sich dann von ihr scheiden zu lassen.
Monsieur Moricet ist Arzt und Freund des Hauses Duchotel. Hinter dem Rücken seines Freundes begehrt er dessen Frau Léontine und versucht mit großer Insistenz, sie zu einer Liebesnacht in seinem neuen Apartment zu überreden. Es gelingt ihm schließlich, als Léontine feststellen muss, dass ihr Mann nicht auf die Jagd geht, nachdem sein Freund Cassagne während dessen Abwesenheit zu Besuch kommt und mitteilt, dass er noch nie auf der Jagd war.

Wir sind im Theater des Vaudeville, das sich im 19. Jahrhundert in Frankreich fest etabliert. Eugène Labiche und Georges Feydeau sind die zentralen Autoren dieses Genres und ihr Gegenstand ist die Verfassung des jungen Bürgertums, sein Beziehungsgeflecht, seine doppelte, zerbrochene Moral. Liest man diese Autoren abseits ihrer Theatertradition, stehen sie durchaus in der Folge jener großen französischen Aufklärer von Molière, Marivaux und Balzac bis hin zu Flaubert. Ihre Komödien sind scharfe Analysen jener bürgerlichen Welt, die in der französischen Kultur bis hin zu den Filmen der „Nouvelle Vague“ (Godard, Rohmer, Truffaut) seziert wird.