Tennessee Williams
Treppe nach oben
Inszenierung: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Heinke Stork
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Regiemitarbeit: Thomaspeter Goergen
Regieassistenz: Khosrou Mahmoudi
Choreographie: David Hernandez

Benjamin Murphy soll entlassen werden. Seit acht Jahren arbeitet er im Hauptsitz einer Hemdenfabrik. Sein eingeengtes Leben entspricht nicht den Träumen, die ihn einst bewegten, doch seine Rebellion dagegen ist halbherzig. Er begibt sich auf eine Reise durch die Nacht, in der er einem Mädchen begegnet, seiner Alice, mit der er das Wunderland aufsuchen will, das sich als ein Jahrmarkt mit Buden, Clowns und einer Vorstellung „Die Schöne und das Biest“ entpuppt. Der Morgen danach lässt die Illusion des Wunderlandes zerfallen, das die Monotonie der Arbeit und seines Lebens überdecken konnte.

Zurück an seinem Arbeitsplatz in einem sechzehnstöckigen Hochhaus, steigt Benjamin Murphy eine Treppe herauf, die aufs Dach führt und die er als erster entdeckt hatte. Er wird springen und Tennessee Williams lässt offen, ob in ein neues Leben oder in den Tod. Und die Angestellten folgen ihm ….

Tennessee Williams hat in dem 1941 entstanden Stück seine Erfahrungen verarbeitet, die er als Angestellter in der Schuhfabrik seines Vaters machte. Die zerstörende Wirkung entfremdeter Tätigkeit bildet den Hintergrund einer Welt, die er im Untertitel einen Käfig nennt. Präsent werden nicht nur die ökonomisch Depression dieser Jahre. Auch der zeitgleich verlaufende Krieg in Europa spielt eine nicht unwesentliche Rolle und markiert jene Ausweglosigkeit, vor die sich die Hauptfigur gestellt sieht.