Luigi Pirandello
VERBRECHEN
Kostüme: Heinke Stork
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Inszenierung: Roberto Ciulli
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Regieassistenz : Khosrou Mahmoudi
Musikberatung:
Dramaturgie: Helmut Schäfer

In "Verbrechen" von Luigi Pirandello nimmt der Autor Menschen in den Blick, denen die Fähigkeit der Selbstbestimmung fehlt und die letztlich von ihren Trieben und Affekten regiert werden - deren Beherrschung ihnen gründlich misslingt. Insofern kennt jeder nur die Oberfläche des Anderen, sein Wesen lässt sich nicht erkennen. Und so ist auch das mögliche Verhalten eines Gegenübers nicht vorhersehbar, es kann wie in "Verbrechen" auch mit dem Tod enden.

Giorgio, ein Offizier der Marine, ist nach monatelanger Abwesenheit auf Heimaturlaub. Alles scheint wie immer - und doch bemerkt er Abweichungen im Verhalten seiner Frau und des mit ihnen eng befreundeten Ehepaars Daddi. Romeo Daddi, mit dem er seit Kindertagen befreundet ist, quält die Tatsache, dass er mit Giorgios Frau in einem Moment völliger Willenlosigkeit geschlafen hat. Es erscheint ihm unmöglich, seinen besten Freund zu belügen, es erscheint ihm als ein Verbrechen.

Pirandellos sizilianische Herkunft kennt noch jene nicht verhandelbaren Affekte, die auch aus Ehrgründen nicht vor einem Mord zurückschrecken - ähnlich solcher Fälle, die wir in den letzten Jahren auch in der Bundesrepublik erlebt haben.

In nahezu all seinen Texten verfolgt Pirandello (1867-1936) den Gedanken, dass zwischen der zivilen Form des Umgangs in der bürgerlichen Welt und der inneren Natur des Menschen ein unlösbarer Konflikt existiert.