GEORG BÜCHNER
WOYZECK EIN MUSIKALISCHER FALL
Inszenierung: Roberto Ciulli
Regiemitarbeit: Simone Thoma
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Musik: Matthias Flake
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostümbild: Heinke Stork
Licht: Ruždi Aliji
Regieassistenz: Dijana Brnic

„Woyzeck: Ich geh. Es ist viel möglich. Der Mensch! Es ist viel möglich. – Wir haben schön Wetter, Herr Hauptmann. Sehn Sie, so ein schöner, fester, grauer Himmel; man könnte Lust bekommen, ein‘ Kloben hineinzuschlagen und sich daran zu hängen, nur wegen des Gedankenstrichels zwischen Ja und wieder Ja – und Nein. Herr Hauptmann, Ja und Nein? Ist das Nein am Ja oder das Ja am Nein schuld? Ich will drüber nachdenken.“

In der Gesellschaft, in der der historische Woyzeck am 27. August 1824 wegen Mordes hingerichtet wurde, war kaum etwas möglich. Da deutlich war, daß Woyzeck geistige Anomalien aufwies, wurde ein Gutachten erstellt. In diesem beurteilt ein Dr. Clarus Woyzeck als moralisch verkommen, keineswegs aber als verwirrt. Das Verhalten der neuen bürgerlichen Klasse war streng reglementiert, jede Abweichung wurde geächtet und für die Betroffenen zum Stigma. Die Hinrichtung geriet allerdings für die aufstrebende Leipziger Bürgerschaft zum Spektakel, das schon Wochen zuvor als Ereignis in aller Munde war.

Zwölf Jahre später greift Georg Büchner für sein geplantes Drama auf diesen Fall zurück und seziert das Verhalten dieses Bürgertums mikroskopisch und entdeckt mit Schrecken die Groteske dieser Welt.