Repertoire

X-ADRA

Ramzi Choukair

Der in Frankreich ansässige, syrische Regisseur Ramzi Choukair stellt in seinem Oral History-Projekt „X-Adra“ sieben Zeitzeugen auf die Bühne, Oppositionelle aus den 80er Jahren genauso wie junge Aktivisten von 2011.
Alle haben gemeinsam, dass sie irgendwann in den Kerkern des Assad-Regimes verschwanden – sei es unter dem Vater oder dem Sohn. Besonders berüchtigt war das dem Projekt seinen Titel gebende Gefängnis von Adra. Wie sie dem Terror, der Folter, Demütigung und Gewalt entkamen, aber auch wassie in den dunkelsten Stunden ihres Lebens nicht völlig verzweifeln ließ – davon handelt dieses Stück. Basierend auf Interviews mit den Darstellern hat der Dramaturg Wael Qadour eine Textfassung erarbeitet, die Choukair in der einfachen aber strengen Form einer polyphonen Erzählung auf die Bühne bringt: Die sieben Laiendarsteller legen nicht nur Zeugnis von ihrem Schicksal und ihrer geschundenen Menschlichkeit ab – Choukair gelingt es in der Formalisierung diesen Menschen und ihren Geschichten eine Universalität mitzugeben, die sie zu Boten werden lassen einer Tragödie unermesslichen Ausmaßes. Der Fernsehsender ARTE hat die Entstehung des Projektes im Winter 2017/18 in einem Film dokumentiert.

In arabischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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