Müllviecher

Die Migration der Mülheimer Müllviecher - Neobiota Purgamentis Mülheimensis

Mitten im Lockdown erste Sichtung einer neuen Spezies, die auf freundlich invasive Art sich einen neuen Lebensraum in Mülheim an der Ruhr zu finden sucht.
Möglicher ursprünglicher Habitat könnte der Great Pacific Garbage Patch oder ähnliche Inseln aus Plastik in anderen Ozeanen dieser Welt sein. Vermutet wird eine Verbringung auf natürlichem Wege durch ein Stück Treibholz über den Wasserweg via Ruhr. Noch nicht verifiziert ist die Theorie einer unterirdischen Verbindung zum großen Teich im Raffelbergpark. Momentaner Aufenthaltsort ist das Theater an der Ruhr. Das Ensemble des Theater an der Ruhr versucht, Kontakt aufzunehmen.

Die Viecher sind zwischen 2 und 2,5 m groß und bewegen sich aufrecht. Sie verfügen über ein großes, mit Zähnen versehenes Maul. Dieses Maul scheint aber nicht der Nahrungsaufnahme zu dienen. Weitere Organe sind nicht offensichtlich. In ihrer Umgebung sind keinerlei Exkremente zu finden. Sie scheinen über keinen Verdauungsapparat zu verfügen. Eine Energieaufnahme erfolgt wahrscheinlich über Austausch mit ihrer Umgebung.

Ihre Oberfläche ist mit Plastikelementen bedeckt. Unklar ist, ob sie eine Symbiose mit dem Plastik bilden oder ganz aus Plastik bestehen. Sie haben eine offensichtliche Affinität zu Müll, besonders zu Plastikmüll. 

Sollte der Plastikmüll ihnen zur Vermehrung verhelfen, wären natürliche Barrieren nicht vorhanden. Ausmaß, Reichweite und Geschwindigkeit der Ausbreitung dieser Spezies sind somit zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar.

Noch ist unklar, wie diese Erscheinungen einzustufen sind. Die Invasion ist unumkehrbar. Die Müllviecher verhalten sich friedlich. In einer Gruppe scheinen sie sich am wohlsten zu fühlen. Sie versammeln sich in regelmäßigen Abständen zum Tanzen und klappern dabei laut mit ihren Mäulern. Auf unvorhergesehene und unerklärliche Ereignisse reagieren sie mit einer Art kakophonischem Gemurmel, mit dessen Hilfe sie gemeinschaftliche Entscheidungen zu finden in der Lage sind. Ihre Belange scheinen sie mit Empathie und Kreativität selbst zu organisieren. Die Müllviecher agieren vermutlich nicht ich bezogen. Getroffene Entscheidungen werden, dem Anschein nach, gemeinsam weiterentwickelt.

Stimmt die Annahme, dass die Müllviecher sich aus Plastikmüll generieren, wird mit einer verheerenden Population zu rechnen sein. Ihre Ausbreitung würde erst dann in eine Art natürliches Gleichgewicht kommen, wenn der von uns Menschen verursachte Müll aufgebraucht ist.