Müllviecher

Die Idee zu diesem Projekt ist in der Zeit entstanden, in der das Theater notgedrungen 20/21 schließen musste. Grundgedanke war, der Vereinzelung durch die soziale Isolation über gemeinsames kreatives Gestalten entgegenzuwirken. Daraus hat sich die Idee zu einem partizipativen Projekt mit der Stadt entwickelt.

Die Müllviecher haben das Theater still und heimlich eingenommen. Im Fenster zum Park haben sie das Interesse der Spaziergänger geweckt. Erste Workshop Erfahrungen wurden gesammelt, um die Idee zu überprüfen, ob tatsächlich jeder sich sein eigenes Müllviech bauen kann.

Plastikmüll als Modelliermasse hat sich über den Wortwitz hinaus als einfaches, praktikables und erstaunlich individuelles Material erwiesen.

Parallel zu diesen praktischen Erkundungen wurde eine Migrationsgeschichte konzipiert, woher Müllviecher eigentlich stammen. Warum sie sich ausgerechnet ein Theater als Aufenthaltsort gewählt haben, liegt auf der Hand: Das Theater an der Ruhr ist ein Ort, Kontakt aufzunehmen und miteinander zu kommunizieren.

Diverse Etappen des Arbeitsprozesses wurden mit der Videokamera begleitet und zu kleinen Dokumentationen zusammengeschnitten. Darüber hinaus wurde ausprobiert, welche gestalterischen Möglichkeiten die Viecher selbst bieten.
Hier ein Trailer zum Workshop-Video

Der erste Versuch sprachlicher Kontaktaufnahme erfolgte über Lyrik. Den Viechern wurden Gedichte vorgetragen. Daraus entwickelte sich die Fragestellung, welche künstliche Intelligenz diesen Müllviechern womöglich innewohnt. Eine Spezies, die Entscheidungen nicht Ich-bezogen, sondern zukunftsorientiert und am Gemeinwohl gemessen zu fällen in der Lage ist. Wie machen sie das?

Das Theater an der Ruhr wird sich in der kommenden Spielzeit nicht nur diese Frage stellen.
Kontakt: audience.development@theater-an-der-ruhr.de