Repertoire

Der Untergang der Titanic

Hans Magnus Enzensberger

Eine Komödie

Zwei Stunden und vierzig Minuten dauerte 1912 der tatsächliche Untergang der Titanic, zuvor als Wunderwerk der Technik gefeiert, als Inkarnation des Fortschritts und noch heute geht dieser Dampfer
immer wieder unter. Hans Magnus Enzensberger beschreibt in dreiunddreißig Gesängen diesen Untergang in verschiedenen Zeiten zwischen 1912 und 1978, als der Autor den Text beendete. Ebenso wechseln die Orte: Berlin, Havanna, dort hatte der Autor Ende der sechziger Jahre einige Monate verbracht, und auf den verschiedenen Decks der Titanic, die die sozialen Klassen auf dem Schiff trennten und damit auch die Chancen, auf eines der Rettungsboote zu gelangen.

Die Komödie ist ebenso ein Geisterschiff, die wie die untergehende Titanic durch die Jahrzehnte
fährt und fährt – bis heute.

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat.

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Stimmen

Detlev Baur, Die Deutsche Bühne, 20. September 2019

Die gestrige Premiere zum Spielzeitauftakt am Theater an der Ruhr ist in dieser Atmosphäre das Stück der Stunde: „Der Untergang der Titanic“ […] ist nicht nur thematisch sondern auch formal up to date. […] Der Inszenierung von Philipp Preuss gelingt es eindrucksvoll, Enzensbergers Ton zu treffen und auf die Bühne zu übersetzen. […] So gelingt es Preuss und dem Ensemble den „Untergang der Titanic“ sprachlich, oft chorisch, eindringlich zu gestalten und als gut rhythmisierte Unterhaltungsshow die Zuschauer nicht nur äußerlich in Bewegung zu bringen.

WDR

Beim Zuschauer entsteht so etwas, wie ein körperliches Gefühl von der Fahrt in den Untergang. […] So wie das Publikum im Kreis rotiert, so umkreisen Text und Inszenierung das Thema assoziativ und anspruchsvoll, banal und privat, aber immer einfallsreich und beeindruckend.

Ruhrnachrichten

Ein praller, denkwürdiger Abend.

Dorothea Marcus, Nachtkritik, 20. September 2019

Wir richten uns im Endzeitszenario ein, das wir, je mehr wir es beschwören, immer weniger ernst nehmen. Was man ja auch dem heute verabschiedeten Klimaschutzgesetz ansehen kann.[…] Es passt also furchterregend gut, wenn im Theater an der Ruhr Regisseur Philipp Preuss, sich jenem größten und inspirierendsten aller Schiffsunglücke widmet. […] Der Riß im Raum, die angekündigte Katastrophe, öffnet sich als elektronische Hörspiel-Installation – wie auch der ganze Abend ein raffiniert rhythmisiertes Klang-Spiel ist.

Deutschlandradio

Wie auf einem Schiff fühlt man sich da. […] Ein klug komponierter Abend.

Lars von der Gönna, WAZ, 20. September 2019

Es werden 105 pausenlose Minuten in einem rasanten Coup. Auf die Spitze treibt unseren Voyeurismus unser Platz: Wir sind das Schiff und kreisen, im Dunkel, im Nebel, unter dem beängstigenden Geknurr mürber Taue, der Katastrophe entgegen. […] Die List indes, die Philipp Preuss in seiner Inszenierung anwendet, verführt uns auf beängstigend unterhaltsame Weise. Das ganze ist eine apokalyptische Kreuzfahrt und das Ensemble uns so verführerisch nah in Lebensgier, Dekadenz und kaltschnäuzigem Weiter-So, dass wir es einfach nicht schaffen, nach dem Rettungsring der Distanz zu greifen.