Repertoire

PotosÍ TV


4800 Meter über dem Meeresspiegel. Giftige Dämpfe vernichten jede Vegetation. 6000 Feuer brennen an den Hängen des Berges, der Menschen frisst. 8.000.000 seit der Inbetriebnahme der Silberminen von Potosí, einer Stadt am Fuße des Cerro Rico in den bolivianischen Anden. 1542 wurde die erste Potosí Silbermünze, die Währung des beginnenden Kapitalismus, geprägt. Seit dem geht ein Virus um die Welt, für den es bis heute kein Gegenmittel gibt. 

Mitten in den Vorbereitungen zu dem Probenbeginn von Thomas Köck`s „antigone. ein requiem“ legt ein anderer Virus die Welt lahm. Die Regisseurin Simone Thoma und ihr Team gehen in den Krisenmodus und verlegen die Proben auf eine Konferenzplattform im Internet. Dort entsteht die Idee zu Potosí-TV.

Potosí-TV eröffnet einen Blick in einen Probenprozess, der normalweise unveröffentlicht bleibt. Die Werkstoffe der Inszenierung sind noch flüssig. Die Spieler proben mit Texten, Musiken, Bildern, die am Tag der Premiere nicht sichtbares Fundament der Inszenierung sein werden. Begleitet wird dieser Prozess von Filmemacher Peter Wedel. Der Moderator Obdahir Smoothhard, im Laufe des weiteren Probenprozesses wird er zu Kreon, lädt Sinead Randoville, Privacy Niece, Anza Pamber, Freia Melosi, Finnegan Worth und Cassioneed Marleen in seine Sendung ein. Sie berichten über die Welt, in der sie leben, auf dem Weg zu dem, was sie für kurze Zeit sein werden: Antigone, Ismene, Haimon, Eurydike, Bote und Teiresias. 

Thomas Köck`s Rekomposition des Antigone Mythos ist „kein Durchstreichen des Archaischen im Dienste der Aktualisierung“. Und Simone Thoma`s Rekomposition der Antigone von Thomas Köck streicht das Aktuelle nicht zu Gunsten des Archaischen. 

Potosí-TV ist eine Berichterstattung über archaische Mächte in modernen Zeiten, denn

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ (Ingeborg Bachmann)

Zu sehen in drei Folgen „Potosi TV“ auf unserem youtube-Kanal