Spielzeit 2020/21

antigone. ein requiem - Thomas Köck

REGIE: SIMONE THOMA

Premiere 03. UND 04. SEPTEMBER 2020

Wenige Figuren der Antike rufen heute noch so viel Empathie und Fassungslosigkeit zugleich hervor wie Antigone. Im Kampf gegen König Kreon überschreitet sie – um ihrer Moral gerecht zu werden – kompromisslos das Gesetz. Der 2018 und 2019 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnete Autor Thomas Köck hat diesen Mythos einer Revision unterzogen. Dabei nimmt er die Frage nach den Lücken unserer sozialen Wahrnehmung in den Blick, wenn wir handeln, als gäbe es keine Alternativen. Nicht das Prinzip Verwandtschaft steht bei Köck im Zentrum, sondern die beunruhigende Grenze innerhalb jeder Gemeinschaft, die der Umgang mit den Toten aufzeigt: Wer erhält das Recht, begraben und betrauert zu werden?


Die schmutzigen Hände - Jean-Paul Sartre

REGIE: TOBIAS STÖTTNER

Premiere: 06. SEPTEMBER 2020

Ein konspirativer Audiowalk

Sartres Text aus dem Jahr 1948 wirkt heute wie ein aktueller Polit-Thriller: Ein junger, radikalisierter politischer Aktivist bietet sich – aus Ekel vor Kompromissen - an, den Parteisekretär Höderer zu töten, der mit konservativen Kräften paktieren will. Aber Höderer fasziniert ihn, überzeugt ihn fast davon, dass man Politik um lebendiger Menschen, nicht um abstrakter Prinzipien willen machen sollte. – Die alten Fragen nach dem Verhältnis zwischen Idealismus und Pragmatismus, Politischen und Privatem ziehen sich wie eine Schlinge zusammen: Prinzipien, Bewunderung, Freundschaft, Zweifel, Anerkennung, Angst, Liebe, Macht, Eifersucht….

Mit Kopfhörern ausgestattet kommt das Publikum - wie Abhörende - dem Geschehen außergewöhnlich nah. Die „Überwacher“ werden zum einflussreichen Teil eines konspirativen Audiowalks in und um die gläserne vier.zentrale - in mitten der Wirklichkeit der Stadt. 


Voyage - Philipp Preuss/Felix Römer

REGIE: PHILIPP PREUSS/FELIX RÖMER

Premiere 11. SEPTEMBER 2020

"Voyage" ist ein Road Play, ein Trip durch Literatur und Zeit, ein Travelogue über das Überwinden und Überschreiten von Grenzen, über die Lust, sich selbst zu verlassen, um ein Anderer zu werden. Eine Reise um die Welt durch Gebirge, Täler, Meere, Wüsten und Seelenlandschaften. Von den Irrfahrten der Antike bis zu den ersten Schritten des Menschen auf dem Mond und den Weiten der Voyager II Expedition: Der Mensch geht und geht und geht - und bleibt sich doch immer nur auf den Fersen. Ein Mash Up mit Texten von über 50 Autorinnen und Autoren zu vergangenen und künftigen Aus- wie Einsichtspunkten. Eine Wanderung mit dem Schauspieler Felix Römer.
 


1984. A Review (UA) - Onlineprojekt von Matthias Flake

REGIE: MATTHIAS FLAKE

Premiere: 18. SEPTEMBER 2020
online: www.youTube.de: Theater an der Ruhr

Das Geburtstagsfest des digitalen Zeitalters live aus dem virtuellen Raum. Let‘s Dance! Ein Projekt von Matthias Flake mit Studierenden der Folkwang Universität der Künste. Durchs Programm führt Big Sister Siri.


Titus - Jan Sobrie

REGIE: HELGE SALNIKAU
Premiere: 17. SEPTEMBER 2020
Willy-Brandt Schule

Klassenzimmerstück ab 10 Jahren
Titus ist irgendwie nichts Besonderes, so scheint es ihm. Sein Vater vergisst ihn ständig, seine erste Liebe hat ihn verlassen. - Zu viele Enttäuschungen, zu viele Verluste. - Jetzt steht er auf dem Dach der Schule und will springen. Macht doch alles eh keinen Sinn mehr, oder? Das fragt er sich, während er da oben steht und ihn auf einmal alle beachten. Mitreißend und voller Humor erzählt Jan Sobrie aus dem Leben eines Jugendlichen, Wahres und Unwahres, Schönes und Trauriges, Witziges und Nachdenkliches verbinden sich zu einem sensiblen Portrait. Das Stück führt den Zuschauer sehr nah an die Gefühle des jungen Titus, der schließlich doch Antworten für sich findet.

Es spielt: Helge Salnikau

Dramaturgische Begleitung: Sven Schlötcke und Thorsten Simon

Theaterpädagogische Begleitung: Thorsten Simon


Ab 10 Jahren

Judas - Lot Vekemans

REGIE: MARKUS SASCHA SCHLAPPIG

Premiere: 25. SEPTEMBER 2020

Inmitten ökonomischer Krisen und zerfallender sozialer Bindungen dominiert eine mächtige Elite das römische Reich. Die Jesusbewegung mit ihren egalitären Forderungen ist in ihren Anfängen eine Reaktion darauf. Dann driftet sie ab und sucht Erlösung im Jenseits. Judas  jedoch bleibt standhaft. Verzweifelt verrät er Jesus, in der Hoffnung, die Ziele seiner Bewegung für das Diesseits zu retten. Vergebens.
2000 Jahren später taucht Judas wieder auf. Die ökonomischen Krisen, die zerfallenden sozialen Bindungen und die Herrschaft einer kleinen Elite sind geblieben. Judas` Ambitionen auch. Auf ein Neues! 
 


Der kleine Prinz in Coronazeiten - Antoine de Saint-Exupéry

Premiere: 14. OKTOBER 2020

Eine Neuinszenierung von Roberto Ciulli und Maria Neumann


Europa oder die Träume des dritten Reichs (UA) - Lars von Trier // Charlotte Beradt

REGIE: PHILIPP PREUSS
Online-Premiere im Live-Stream 20.11., 19.30 UHR
Premiere 12. DEZEMBER 2020
Als Schlafwagenschaffner fährt der junge Deutschamerikaner Leopold Kessler durch das Deutschland der Nachkriegszeit, vorbei an verwüsteten Ortschaften und Landschaften voller Tristesse. Er heiratet in die Familie des Direktors seines Bahnunternehmens ein und befindet sich plötzlich mitten unter ehemaligen Nazis, Gruppierungen von Werwölfen, die nicht hinnehmen wollen, dass der Krieg verloren war. Charlotte Beradt notierte Träume des Dritten Reichs, deren Alb und bedrückende Komik zugleich. Sie verweben sich mit den Erfahrungen, die Leopold Kessler auf seinen Reisen macht und fügen sich schlackenlos in das Innenleben der Akteure.


Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.


GERMANIA (UA) - Anagoor

internationale Koproduktion

INTERNATIONALE KOPRODUKTION ZWISCHEN DEM THEATER AN DER RUHR UND DER ITALIENISCHEN PERFORMANCEGRUPPE ANAGOOR

REGIE: SIMONE DERAI

Premiere 16. JANUAR 2021

Kein Schauspiel über die Germania, eines der hundert gefährlichsten Bücher der Welt. GERMANIA ist eher eine Überlegung zu den Erfindungsprozessen der Vorstellungen, die wir uns vom Anderen, vom Anderswo, von der Peripherie und von der Grenze machen, „der Traum, wir (Grenzbewohner - / borderers) seien in jenen heiligen Grenzen eingeschlossen / jenseits derer nichts als Aufruhr herrscht / ungepflegter Mähnen und Völker mit ungeheuerlichen / Raubtier-Körpern, ein Kampf seltsamer Winde.“ Ein Blick auf den Zwist, auf die Fremdheit, die die Geographie der Trennung verursacht, welche Länder, Völker, Sprachen und Geist spaltet. Das historiographische Material des Tacitus, Germania, Annales und Historiae, sind Fundstücke des Antiken, entlarvende archäologische Überreste, unter denen die vermischten Gebeine und die gemeinsamen Geschicke der Menschen liegen. 
 


Nathan. Death (UA) - Feridun Zaimoglu / Günter Senkel

REGIE: PHILIPP PREUSS

Premiere: 25. MÄRZ 2021

Die Frage nach Toleranz ist seit Lessings „Nathan der Weise“ bis heute komplex angesichts der Kontroversen  anhand der drei großen monotheistischen Religionen. Generationen von Schülern haben sich mit Lessings Ringparabel auseinandersetzen müssen. Dass Toleranz aber auch in Repression umschlagen kann, war eine These Herbert Marcuses, der in den sechziger Jahren als Philosoph eine herausgehobene Rolle spielte. Zaimoglus und Senkels neue Version des Nathan-Stoffes beschreibt auf der Basis einer scheinbar fiktiven Realität den alten Grundkonflikts der religiösen Zugehörigkeiten, die von der Frage der politischen Macht nicht abzutrennen sind.

Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.


 

Overdose - COLLECTIVE MA´LOUBA

The Show of Pain and Joy

REGIE: Kainkollektiv

Premiere 18. DEZEMBER 2020
Ort: Ringlokschuppen Ruhr

Eine Reise von individuellen und gemeinsamen Geschichten von Performer*innen und Theatermacher*innen der Gruppen Boat People Projekt, Collective Ma’louba und Kainkollektiv. Eine theatrale Installation, die anmerkt wo wir im Moment sind, wie Theater noch immer möglich ist und warum es wichtig ist, sich wieder zu treffen. In arabischer, englischer, französischer und deutscher Sprache.
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und durch die Kulturstiftung des Bundes. 
Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.


Momo - Michael Ende

JUNGES THEATER

Regie: subbotnik // Maria Neumann
Premiere: 01. DEZEMBER 2020, 11 UHR

Momo lebt am Rande der Stadt in den Ruinen eines Theaters. Eines Tages treten die grauen Herren auf den Plan. Diese Zeitdiebe haben es auf die Lebenszeit der Menschen abgesehen. - Momo ist die Einzige, die ihnen noch Einhalt gebieten kann …mit nichts als einer Blume in der Hand und einer Schildkröte unter dem Arm nimmt Momo den Kampf gegen das riesige Heer der „grauen Herrn“ auf, um ihren Freunden die Lebenszeit, die Zeit der Muße und der Geschichten zurückzugeben.

Michael Endes einzigartigem Fantasy-Märchen-Roman MOMO, der sich eigentlich jeder Kategorisierung entzieht, gelingt das Kunststück, die Bedrohungen unserer beschleunigten Welt als ein poetisch-philosophisches Abenteuer für Menschen aller Generationen zu erzählen – Diagnose und Märchen zugleich.  

Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.  Michael Ende

Maria Neumann und subbotnik entwickeln die Geschichte als fantastisches, hochmusikalisches Erzähltheater: poetisch und direkt, einfach und assoziationsreich.


Internationale Reihen, Gastspiele und Konzerte aus den Regionen der Welt

Szene Istanbul

ab Herbst 2020 Theater und Konzerte aus Istanbul in türkischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Klanglandschaften

ab Herbst 2020 Weltmusikkonzerte in Kooperation mit dem NRW Kultursekretariat, WDR 3 und dem Pumpenhaus Münster.

Gastspiele 

Aus dem deutschsprachigen Raum. 
 


Märchen

Auch in der Spielzeit 2020/21 zeigt MARIA NEUMANN wieder eine große Auswahl an Märchenklassikern für Kinder ab 5 Jahren in den Räumlichkeiten der VOLXBÜHNE. 
 


Partizipative Projekte zum Mitmachen

VolXbühne (Kontakt: 0208.439 629 10)

Projekte des Jungen Theater (Kontakt: 0208.599 01 0)